Datenlogger und Funksensoren für Temperaturüberwachung in der Kühlkette
Bild: Kühlgewerbe

Temperaturüberwachung

Teil von Temperaturüberwachung Lieferkette Leitfaden für Systeme und Dokumentation

Welche Tools eignen sich für die Temperaturüberwachung in der Lieferkette?

Temperaturüberwachung Tools im Vergleich: Datenlogger von Testo, Elpro und Sensitech, Funksensoren, Cloud-Plattformen, PTB-Kalibrierung und Beispielpreise.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Werkzeugklassen decken die Kühlkette abEinweg-Datenlogger, Mehrweg-Datenlogger, Funksensoren, Cloud-Plattformen und Kalibrierservice.
  • Testo, Elpro und Sensitech liefern Datenlogger für Transport, Lager und Wareneingang, ergänzt durch Funksensorik und Monitoring-Software.
  • Ohne Rückführung auf Normale der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und Kalibrierscheine nach DIN EN ISO/IEC 17025 taugt eine Aufzeichnung nicht als Nachweis.
  • Beispielpreise inklusive 19 Prozent MehrwertsteuerEinweglogger 30 bis 60 Euro, Funksensor 150 bis 400 Euro, Cloud 5 bis 15 Euro je Sensor und Monat.
  • Rechtlich gelten die EU-Lebensmittelhygiene, die deutsche Lebensmittelhygieneverordnung und die Ökodesign-Vorgaben für gewerbliche Kühlgeräte.

Fünf Werkzeugklassen im Überblick

Jede Klasse deckt einen anderen Abschnitt der Kühlkette ab. Die Übersicht nennt Einsatzbereich und typische Preise inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Fünf Werkzeugklassen im Vergleich

Werkzeugklasse

Einweg-Datenlogger
Einzeltransport
Mehrweg-Datenlogger
Umlauf, Lager
Funksensor + Gateway
Kühlraum, Rampe
Cloud-Plattform
Alarm, Audit-Trail
Kalibrierservice
Jahreskalibrierung

Einsatz

Einweg-Datenlogger
30–60 €/Stück
Mehrweg-Datenlogger
80–200 €/Stück
Funksensor + Gateway
150–400 €/Sensor
Cloud-Plattform
5–15 €/Sensor/Monat
Kalibrierservice
80–150 €/Logger/Jahr

Preis inkl. MwSt.

Einweg-Datenlogger
Mehrweg-Datenlogger
Funksensor + Gateway
Cloud-Plattform
Kalibrierservice
WerkzeugklasseTypischer EinsatzPreis inklusive Mehrwertsteuer
Einweg-DatenloggerEinzeltransport, Sendungsnachweis30 bis 60 Euro je Stück
Mehrweg-Datenlogger mit USB oder PDFUmlauf, Lager, Wareneingang80 bis 200 Euro je Stück
Funksensor mit GatewayKühlraum, Rampe, Verladung150 bis 400 Euro je Sensor, Gateway 500 bis 1200 Euro
Cloud-PlattformAlarmierung, Auswertung, Audit-Trail5 bis 15 Euro je Sensor und Monat
KalibrierserviceJahreskalibrierung, Nachweis80 bis 150 Euro je Logger und Jahr

Einweglogger sind die günstigste Variante für einzelne Sendungen, liefern aber keine Live-Alarme. Funksensorik und Cloud rechnen sich ab etwa zehn festen Messstellen.

Datenlogger oder Funksensoren

Datenlogger speichern Messwerte im Gerät und werden am Zielort per USB oder PDF ausgelesen. Funksensoren übertragen direkt an eine Plattform.

Datenlogger

Speicherung
im Gerät
Auslesen
am Zielort per USB oder PDF
Typischer Einsatz
Transporte ohne Stromanschluss
Genauigkeit
DIN 10508 erlaubt höchstens 1 K Abweichung

Funksensor

Speicherung
direkt an Plattform
Auslesen
laufende Übertragung
Typischer Einsatz
Kühlräume und Filialen
Genauigkeit
gleiche Vorgabe

Beide Systeme lassen sich kombinieren. Datenlogger belegen Sendungen, Funksensoren überwachen Kühlräume und Filialen. Die Kalibrierpflicht gilt auch für Funksensoren.

Datenlogger von Testo, Elpro und Sensitech

Testo bietet mit der Baureihe testo 184 Einweglogger, die Temperaturen messen und ein PDF-Protokoll direkt ausgeben. Für den Wareneingang eignen sich USB-Logger wie der testo 174, für stationäre Kühlräume das Monitoringsystem testo Saveris.

Elpro adressiert mit Libero und Ecolog-Net vor allem regulierte Bereiche wie Pharma und Life Sciences. Die Geräte liefern validierbare Aufzeichnungen, wie Elpro im Überblick zu GxP-konformem Monitoring beschreibt.

Sensitech, Teil des Carrier-Konzerns, deckt mit TempTale Einweg- und Mehrweglogger für Lebensmittel und Arzneimittel ab. Die Seite bündelt unter Tools für die Temperaturüberwachung in der Lieferkette auch Cloud-Dienste und Auswertungen.

Funksensoren und Cloud-Plattformen

Funksensoren messen im Kühlraum, im Lkw oder auf der Rampe und übertragen Werte per 868-MHz-Funk, LoRaWAN oder Bluetooth an ein Gateway. Cloud-Plattformen bündeln Messwerte, führen Audit-Trails und erzeugen Berichte für Behördenaudits.

Kalibrierung nach den Vorgaben der PTB

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig ist das nationale Metrologieinstitut. Messgeräte müssen auf ihre Normale rückführbar sein, damit Messwerte in Audits und vor Gericht Bestand haben.

Kalibrierscheine stellt in der Regel ein akkreditiertes Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025 aus, häufig mit DAkkS-Akkreditierung. Üblich ist ein Intervall von zwölf Monaten je Logger. Die Kalibrierpflicht gilt auch für Funksensoren.

Preise für Anschaffung und Betrieb: Beispielrechnung

Das Rechenbeispiel gilt für zwanzig Messstellen. Alle Beträge sind angenommene Nettopreise und dienen der Größenordnung.

Preise für Anschaffung und Betrieb

PositionDatenloggerFunksensoren
Geräte20 × 100 Euro netto = 2.000 Euro20 × 120 Euro netto = 2.400 Euro
Gatewayentfällt600 Euro netto
Softwareentfällt40 Euro netto pro Monat, 480 Euro netto im Jahr
Summe erstes Jahr netto2.000 Euro3.480 Euro
Brutto mit 19 % MwSt.2.380 Euro4.141,20 Euro

Ab dem zweiten Jahr tragen nur noch 480 Euro netto Softwarekosten zur Funklösung bei. Beim Logger kommen Kalibrierung und Batteriewechsel hinzu.

Häufige Fragen

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für die Temperaturüberwachung?

Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verlangt eine durchgängige Kühlkette und dokumentierte Temperaturkontrollen. In Deutschland ergänzt die Lebensmittelhygieneverordnung die Pflichten für leicht verderbliche Lebensmittel.

Wie oft müssen Datenlogger kalibriert werden?

Üblich sind zwölf Monate. Kürzere Intervalle sind sinnvoll, wenn Geräte starken Temperaturschwankungen, Stößen oder Feuchte ausgesetzt sind. Nach einem Sturz sollte der Logger vor dem nächsten Einsatz geprüft werden.

Was kostet eine Cloud-Plattform für 40 Sensoren?

Bei 5 bis 15 Euro je Sensor und Monat liegen die Kosten zwischen 2.400 und 7.200 Euro im Jahr, jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dazu kommt die Kalibrierung der Sensoren.

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