Temperaturüberwachung

Teil von Temperaturüberwachung Lieferkette Leitfaden für Systeme und Dokumentation

Was kostet ein Temperaturüberwachungssystem für die Lieferkette?

Kosten Temperaturüberwachungssystem: Preise für Datenlogger und Funksensoren, laufende Kosten für Kalibrierung und Software, Rechenbeispiel mit 20 Sensoren.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Einweg-Datenlogger kosten 25 bis 45 EUR netto, wieder verwendbare Funklogger 180 bis 420 EUR netto pro Stück.
  • Für 20 Messstellen liegt die Erstinvestition bei rund 10.000 EUR netto, also 11.900 EUR inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer.
  • Kalibrierung, Softwarelizenz und Funk kosten 3.000 bis 6.000 EUR netto pro Jahr.
  • Ein BAFA-Zuschuss allein für Messtechnik ist unwahrscheinlich, gefördert werden eher Beratung und Digitalisierung.

Anschaffungskosten für Datenlogger und Funksensoren

Drei Bauteile bestimmen den Preis: der Sensor, die Funkstrecke und die Software. Einweglogger zeichnen einen Transport auf und werden nach dem Auslesen entsorgt. Wieder verwendbare Geräte mit Display lassen sich per USB auslesen und jahrelang nutzen.

Funklogger senden ihre Werte selbsttätig an ein Gateway. Damit entfällt das manuelle Auslesen, dafür steigen Gerätepreis und Installationsaufwand. Die folgende Tabelle zeigt marktübliche Größenordnungen für Einzelstückzahlen.

Position Preis netto Preis inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer
Einweg-Datenlogger 25 bis 45 EUR 30 bis 54 EUR
Datenlogger mit Display, wieder verwendbar 90 bis 160 EUR 107 bis 190 EUR
Funkdatenlogger für Kühlraum und Fahrzeug 180 bis 420 EUR 214 bis 500 EUR
Gateway oder Basisstation je Standort 400 bis 900 EUR 476 bis 1.071 EUR

Dazu kommen einmalige Posten: Inbetriebnahme, Anlagenvalidierung und die Einrichtung der Software. Für ein kleines Netz mit 20 Messstellen sind dafür 2.000 bis 3.500 EUR netto üblich.

Preisunterschiede entstehen vor allem durch Messbereich, Schutzart und Zertifikate. Geräte für Tiefkühlung bis minus 30 Grad Celsius kosten mehr als einfache Raumlogger.

Wer validierte Messketten braucht, findet bei ELPRO Monitoring-Systeme für Pharma und Lebensmittel. Sensitech liefert Werkzeuge für die Temperaturüberwachung in der Lieferkette.

Laufende Kosten: Kalibrierung, Softwarelizenzen, Funk

Kalibrierung ist der größte wiederkehrende Posten. Lebensmittelbetriebe lassen Logger meist jährlich prüfen. Mit DAkkS-Zertifikat kostet eine Temperaturkalibrierung 50 bis 120 EUR netto pro Gerät, eine rückführbare Werksprüfung deutlich weniger.

Software wird meist als Abonnement abgerechnet. Übliche Preise liegen bei 12 bis 40 EUR netto pro Sensor und Monat, im Jahr also 144 bis 480 EUR je Messstelle. Kaufversionen kosten 1.500 bis 6.000 EUR netto, dafür fallen Wartungsgebühren von 15 bis 20 Prozent des Kaufpreises an.

Funkkosten sind klein, aber dauerhaft. SIM-Karten für LTE-Logger kosten 3 bis 8 EUR netto pro Monat, LoRaWAN-Netze laufen meist ohne laufende Gebühr. Batterien, Ersatzsensoren und Arbeitszeit für die Prüfung kommen hinzu.

Rechenbeispiel für ein mittelständisches Unternehmen mit 20 Sensoren

Angenommen werden 20 Funklogger in zwei Kühlhäusern und drei Fahrzeugen, zwei Gateways und eine Cloudlizenz. Alle Beträge sind Nettowerte, die Umsatzsteuer wird am Ende aufgeschlagen.

  1. 20 Funklogger zu je 300 EUR: 6.000 EUR.
  2. Zwei Gateways zu je 650 EUR: 1.300 EUR.
  3. Montage und Inbetriebnahme: 1.500 EUR.
  4. Softwareeinrichtung und Validierung: 1.200 EUR.
  5. Summe: 10.000 EUR netto, also 11.900 EUR inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer.

Die laufenden Kosten im ersten Jahr: 20 Kalibrierungen zu je 85 EUR ergeben 1.700 EUR, die Cloudlizenz 20 Sensoren mal 12 EUR mal 12 Monate ergibt 2.880 EUR, dazu 240 EUR für Mobilfunk. Das sind 4.820 EUR netto pro Jahr, mit Umsatzsteuer 5.736 EUR.

Fördermöglichkeiten: BAFA, Förderdatenbank und KfW

Ein BAFA-Programm, das ausschließlich Temperaturmesstechnik bezuschusst, besteht nicht. Zuschüsse laufen über Beratungsförderung oder Digitalisierungsprogramme und sind selten auf ein einzelnes Gerät zugeschnitten.

Die Förderdatenbank des Bundes listet Programme von Bund, Ländern und EU mit Konditionen und Antragsfristen. Dort lässt sich nach Digitalisierung, Kühlung und Energieeffizienz filtern. Zuständig sind je nach Programm das BAFA, die KfW oder die Landesförderbanken.

Zinsgünstige Kredite sind leichter zu bekommen als Zuschüsse. Die KfW-Förderung für Innovation und Digitalisierung bündelt Kredite für digitale Investitionen, die auch Mess- und Überwachungstechnik umfassen können. Wer eine Zusage will, stellt den Antrag vor der Bestellung.

Wann sich die Anschaffung rechnet

Die Investition rechnet sich über vermiedene Verluste und über Personalzeit. Ein Betrieb mit 5 Millionen EUR Wareneinsatz und einer Verlustquote von 0,6 Prozent verliert 30.000 EUR pro Jahr. Deckt die Überwachung die Hälfte dieser Fälle auf, sind 15.000 EUR vermeidbar.

Diesen 15.000 EUR stehen 4.820 EUR Betriebskosten gegenüber. Der Überschuss von rund 10.000 EUR pro Jahr deckt die Anfangsinvestition nach etwa zwölf Monaten. Diese Rechnung gilt nur, wenn die Verlustquote tatsächlich sinkt.

Häufige Fragen

Was kostet ein einzelner Funkdatenlogger inklusive Umsatzsteuer?

Je nach Schutzart, Messbereich und Funkstandard liegen die Preise zwischen 214 und 500 EUR inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Geräte für Tiefkühlung und Fahrzeugeinsatz sind teurer als einfache Raumlogger.

Wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten bei 20 Sensoren?

Für Kalibrierung, Softwarelizenz und Funk sind 3.000 bis 6.000 EUR netto pro Jahr realistisch. Im Rechenbeispiel oben sind es 4.820 EUR netto, mit Umsatzsteuer 5.736 EUR.

Zahlt die BAFA einen Teil der Kosten?

Ein reiner Gerätezuschuss ist nicht vorgesehen. Prüfen Sie zuerst die Förderdatenbank des Bundes, danach Landesprogramme und die KfW. Zuschüsse sind häufig an eine Beratung oder ein Energiekonzept gebunden.

Müssen Datenlogger kalibriert werden?

Für die HACCP-Dokumentation genügt oft die Werkskalibrierung mit Rückführbarkeit. Kunden im Pharma- und Exportbereich verlangen meist eine DAkkS-Kalibrierung, die jährlich zu wiederholen ist.

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